Frau Berger steht in ihrem Flur und schaut auf die schmale Kommode, die sie seit Jahren als Sturzstelle kennt. Letzte Woche ist sie mit dem Rollator daran hängengeblieben. Ihr Sohn hat gesagt: „Mama, wir müssen was ändern.“ Aber wo fängt man an? Und was kostet das alles?
Genau diese Fragen hören wir bei IFBA täglich. Die gute Nachricht: Nicht jede Veränderung bedeutet gleich einen Großumbau. Viele Anpassungen sind an einem Nachmittag erledigt. Andere brauchen etwas Planung. Und für die meisten gibt es finanzielle Unterstützung.
Diese Checkliste führt Sie Raum für Raum durch Ihre Wohnung. Für jeden Bereich finden Sie konkrete Maßnahmen, aufgeteilt in schnelle Verbesserungen und größere Umbauten.
Badezimmer: Der Raum mit dem höchsten Unfallrisiko
Rund 250.000 Unfälle passieren in Deutschland jedes Jahr im Badezimmer. Nasse Fliesen, hohe Badewannenränder, fehlende Haltegriffe — das Bad ist Unfallzone Nummer eins.
Schnelle Verbesserungen (unter 500 Euro):
- Rutschfeste Matten oder Anti-Rutsch-Beschichtung in Dusche und Badewanne
- Haltegriffe neben Toilette und in der Dusche montieren
- Duschhocker oder Badewannensitz anschaffen
- Toilettensitzerhöhung installieren
- Nachtlicht mit Bewegungsmelder anbringen
Größere Umbau-Maßnahmen:
- Badewanne durch bodengleiche Dusche ersetzen
- Türschwelle am Badeingang entfernen
- Waschtisch unterfahrbar gestalten (für Rollstuhlnutzer)
- Rutschfeste Bodenfliesen verlegen
Ein Beispiel: Herr Schmidt, 78, hatte eine Badewanne mit hohem Einstieg. Nach einem Sturz beim Aussteigen ließ er eine bodengleiche Dusche einbauen. Kosten: rund 3.800 Euro. Die Pflegekasse übernahm davon 4.180 Euro — er zahlte also keinen Cent dazu.
Küche: Sicherheit beim täglichen Kochen
Die Küche wird oft vergessen, wenn es um altersgerechtes Wohnen geht. Dabei verbringen viele ältere Menschen hier mehrere Stunden am Tag.
Schnelle Verbesserungen:
- Häufig genutzte Gegenstände auf Griffhöhe umsortieren
- Rutschfeste Unterlage unter Teppiche und Läufer legen
- Herdschutz oder Abschaltautomatik nachrüsten
- Gute Beleuchtung über der Arbeitsfläche sicherstellen
Größere Anpassungen:
- Unterschränke mit Vollauszug nachrüsten
- Arbeitsfläche auf passende Höhe anpassen
- Oberschränke durch absenkbare Systeme ersetzen
Schlafzimmer: Sicher aufstehen und hinlegen
Nachts zum Bad, morgens aus dem Bett — besonders im Schlafzimmer passieren viele Stürze. Oft, weil es dunkel ist oder das Bett zu niedrig steht.
Schnelle Verbesserungen:
- Bettgriff oder Aufstehhilfe montieren
- Betthöhe auf 50–55 cm anpassen (mit Bettklötzen oder neuem Rahmen)
- Nachtlicht mit Bewegungsmelder am Weg zum Bad
- Stolperfallen beseitigen: Kabel, lose Teppiche, Schuhe
Größere Anpassungen:
- Pflegebett mit elektrischer Verstellung
- Lichtschalter neben dem Bett installieren
- Türbreite prüfen (mindestens 80 cm für Rollator)
Flur und Eingangsbereich: Der Weg durch die Wohnung
Der Flur ist die Verbindung zwischen allen Räumen. Wenn hier etwas nicht stimmt, wirkt sich das auf den gesamten Alltag aus.
Schnelle Verbesserungen:
- Handlauf an einer Seite montieren
- Stolperfallen wie Schuhe, Läufer und Möbel entfernen
- Ausreichend helle Beleuchtung, am besten mit Bewegungsmelder
- Sitzgelegenheit zum Schuhe anziehen aufstellen
Größere Anpassungen:
- Türschwellen abflachen oder entfernen
- Türen verbreitern (bei unter 80 cm Durchgang)
- Rampe am Eingang statt Stufen
Wie priorisieren? Drei Fragen helfen
Nicht alles muss sofort passieren. Stellen Sie sich bei jeder Maßnahme drei Fragen:
- Wie hoch ist das Unfallrisiko? — Das Badezimmer steht fast immer an erster Stelle.
- Wie stark ist der Alltag eingeschränkt? — Wer nicht mehr alleine duschen kann, verliert ein Stück Selbstständigkeit.
- Wie aufwendig ist die Maßnahme? — Starten Sie mit den schnellen Verbesserungen. Oft reicht das schon.
Gut zu wissen: Zuschuss der Pflegekasse
Wer einen Pflegegrad (1 bis 5) hat, kann bei der Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.180 Euro pro Maßnahme beantragen. Leben mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, erhöht sich der Betrag auf bis zu 16.720 Euro. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Wir helfen Ihnen dabei.
Wann braucht man professionelle Beratung?
Einfache Maßnahmen wie Haltegriffe oder Nachtlichter können Sie selbst umsetzen. Professionelle Unterstützung lohnt sich, wenn:
- Sie unsicher sind, welche Maßnahmen wirklich notwendig sind
- Bauliche Veränderungen wie Türverbreiterungen oder Duschumbau anstehen
- Sie den Zuschuss der Pflegekasse beantragen möchten (ein fachgerechter Kostenvoranschlag ist Pflicht)
- Die Wohnung gemietet ist und der Vermieter zustimmen muss
Bei IFBA übernehmen wir die komplette Planung: Wir schauen uns Ihre Wohnung an, empfehlen die passenden Maßnahmen, erstellen den Kostenvoranschlag und kümmern uns um den Antrag bei der Pflegekasse. Das spart Zeit, Nerven und meistens auch Geld.
Zusammenfassung: Ihre Checkliste auf einen Blick
Gehen Sie Raum für Raum durch Ihre Wohnung. Starten Sie im Badezimmer — hier ist das Risiko am höchsten. Beseitigen Sie zuerst Stolperfallen und montieren Sie Haltegriffe. Planen Sie dann die größeren Maßnahmen. Und vergessen Sie nicht: Mit einem Pflegegrad stehen Ihnen bis zu 4.180 Euro Zuschuss zu.
Sie möchten wissen, was bei Ihnen zuhause sinnvoll ist? Rufen Sie uns an unter +49 2381 976370 oder besuchen Sie uns in der Sternstraße 4, 59065 Hamm. Wir beraten Sie kostenlos und unverbindlich.